Mein PCO Symptomtagebuch

Das Polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCO oder PCOS genannt, ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Schätzungen zufolge sind etwa 5 bis 10 % aller Frauen betroffen.
So auch ich, Ines.

Schon in Teenager Jahren bemerkte mein Frauenarzt, dass ich sehr viele männliche Hormone habe. Weshalb ich eine spezielle Anti Babypille bekam die eben diese Adrogene unterdrücken sollten.

Solange man mit der Pille verhüten möchte hat man zumindest noch einen Mehrwert, aber sobald ich die Pille absetzte begann mein Albtraum.

Es vergingen keine zwei Wochen da starteten meine Panikattacken, gepaart mit schwerer Depression. Und, ich bekam, obwohl erst Anfang 20 meinen ersten Hexenschuss.

Es folgte eine elendig lange Reise durch alle möglichen Sprechzimmer. Alle Ärzte versicherten mir, ich wäre körperlich kern gesund und es länge rein an meiner Psyche.
Mir wurde eine Verhaltenstherapie zur Bekmäpfung meiner Panikattacken vorgeschlagen.

Ich lies nichts unversucht und zog die Therapie durch. Reflektiert war ich schon immer und so konnte ich auch einige Erfolge erzielen.

Aber es kamen immer wieder völlig irrationale Symptome die ich einfach nicht zuordnen konnte. Und da alle Ärzte mir immer wieder versicherten es wäre alles in Ordnung zweifelte ich zunehmend an mir und meiner Wahrnehmung.

Da begann ich mich viel selbst mit dem Thema Hormone auseinander zu setzen und habe meinen eigenen Weg gefunden.

Meine Erfahrungen mit einem Symptomtagebuch und regelmäßigen Hormontests

Seit über zwölf Jahren führe ich ein Symptomtagebuch und lasse regelmäßig meine Hormone testen. Was als verzweifelter Versuch begann, meine chronischen Beschwerden zu verstehen, hat sich als eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens herausgestellt. Dieses Protokollieren und Beobachten hat mir nicht nur geholfen, meine Gesundheit besser zu verstehen, sondern auch mein Körperbewusstsein enorm gestärkt.

 


Warum ich mein Symptomtagebuch begonnen habe

Wie viele andere Frauen habe ich lange mit unregelmäßigen Zyklen und ausbleibenden Regelblutungen gekämpft. Doch was mich wirklich beunruhigt hat, waren die zahlreichen „unsichtbaren“ Symptome, die scheinbar aus dem Nichts auftauchten. Dinge wie extreme Müdigkeit, Schlafprobleme, stechende Zahnschmerzen oder massive Konzentrationsstörungen schienen keinen klaren Auslöser zu haben.

Ich fühlte mich oft unverstanden – auch von Ärzten, die meine Beschwerden nicht immer ernst nahmen oder sie auf Stress schoben. Irgendwann wurde mir klar, dass ich aktiv werden musste, um die Zusammenhänge selbst besser zu verstehen.

Ein tiefer Blick auf mich und meine Gesundheit

Ich begann, ein Symptomtagebuch zu führen. Jeden Tag notierte ich meine körperlichen und emotionalen Zustände:

  • Wie fühlte ich mich körperlich?
  • Gab es Schmerzen oder Unwohlsein?
  • Wie war meine Stimmung?
  • Gab es Veränderungen bei meiner Ernährung, meinem Schlaf oder Stresslevel?

Dazu habe ich über die Jahre regelmäßig Hormontests gemacht – Bluttests, aber auch Speicheltests, die mir ein genaueres Bild von meinem Hormonstatus in verschiedenen Zyklusphasen lieferten.

Überraschende Zusammenhänge

Was ich dabei herausfand, hat mich ehrlich überrascht und auch bestätigt. Viele Beschwerden, die ich ursprünglich nie mit meinen Hormonen in Verbindung gebracht hätte aber periodisch verstärkt auftraten, standen in direktem Zusammenhang mit Schwankungen in meinem Hormonzyklus. Dazu gehörten:

  • Verstärkung von Arthroseschmerzen: Gerade in der zweiten Zyklushälfte fühlten sich meine Gelenke oft steif und schwach an.

  • Sehstörungen: In den Tagen vor meiner Periode bemerkte ich häufig verschwommenes Sehen oder Probleme, mich auf Texte zu konzentrieren.

  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit: Einfache Geräusche oder helles Licht wurden plötzlich unerträglich.

  • Konzentrationsstörungen: Es gab Tage, an denen ich das Gefühl hatte, mein Gehirn wäre in Watte gepackt – Entscheidungen zu treffen oder mich zu fokussieren, war eine echte Herausforderung.

  • Zahnschmerzen und empfindliches Zahnfleisch: Auch das Zahnfleisch reagierte plötzlich empfindlich, was ich vorher nie mit Hormonen in Verbindung gebracht hätte.

  • Extreme Müdigkeit und Schlafprobleme: Ironischerweise fühlte ich mich tagsüber ständig müde, konnte aber nachts nicht schlafen.

  • Halsschmerzen und oder grippeähnliche Symptome: Ja, geschwollene Lymphknoten sorgten für ein abgeschlagenes Gefühl wie kurz bevor eine Erkältung reinhaut.

  • Verstärkter Heuschnupfen: Ja, auch allergische Symptome können sich auf Grund von Hormoninbalncen verstärken.

Diese Erkenntnisse waren ein Aha-Moment: Mein Körper kommuniziert durch Symptome, aber ohne das Tagebuch und die Hormontests hätte ich die Sprache meines Körpers nie verstanden. Mein Symptomtagebuch hat mir geholfen zu erkennen was meine Baustellen sind, was mir gut tut und mir die Bestätigung gegeben, dass ich nicht verrückt bin.

Ich kann dich nur ermutigen dies auch zu probieren.

Der Nutzen langfristiger Beobachtung

Warum reicht es nicht, nur ein paar Wochen zu beobachten? Ganz einfach: Der Hormonzyklus ist nicht jeden Monat gleich. Stress, Ernährung, Krankheiten oder andere Faktoren können massive Auswirkungen auf den Hormonhaushalt haben. Nur durch langfristige Beobachtung konnte ich Muster erkennen und Zusammenhänge verstehen.

Zum Beispiel habe ich gelernt, dass meine Arthroseschmerzen oft in der zweiten Zyklushälfte zunehmen, wenn Progesteron dominiert. Oder dass meine Konzentrationsprobleme oft dann am schlimmsten sind, wenn mein Östrogenspiegel stark absinkt.

Meine Tips für dein eigenes Symptomtagebuch

Wenn du selbst damit beginnen möchtest, hier einige Tipps:

  1. Schreibe jeden Tag – auch wenn es nur ein Satz ist.
    Manche Tage scheinen unauffällig, aber genau diese Daten helfen, ein vollständiges Bild zu erstellen.

  2. Notiere deine Symptome und Ereignisse.
    Beobachte körperliche Beschwerden, Stimmungsschwankungen, Schlaf und Ernährung.

  3. Ergänze mit Hormontests.
    Lasse regelmäßig Tests machen, um die Einträge in deinem Tagebuch besser zu interpretieren. Ich empfehle dir drei bis vier Tests pro Jahr zu machen. Dies können Blut-oder Speicheltests sein. Aber du solltest um die Ergebnisse vergleichen  zu können, bei einer Erhebungsform und einem Anbieter bzw. Labor bleiben.

  4. Hab Geduld.
    Die Erkenntnisse kommen nicht über Nacht. Es dauert Monate, manchmal Jahre, um die Muster zu erkennen.


Ich wünsche dir viel Erfolg. Und wenn du Fragen hast, scheue dich nicht davor sie unten in die Kommentare zu posten.

Welche Tools du nutzen kannst

Du beginnst eine Reise zu dir selber. Zu tiefer individueller Erkenntnis und daher ist es eine schöne Sache wenn du dir auch ein schönes und für dich passendes Symptomtagebuch aussuchst.

Dies kann ein Blanco Buch sein, mit einfachen Linien oder Caros.

Aber ich empfehle dir ein Kalenderähnliches Journal. So dass du direkt auch ein Datum und eine feste Struktur hast.

So kannst du sowohl deine Symptome notieren als auch den Eintritt deiner Periode. Wenn du dich für ein A5 Format entscheidest, hast du außerdem genug Raum für deine Gedanken und Ergebnisse aus Hormontests.

Ich wünsche dir viel Freude und Erkenntnis auf deiner Reise. Alles Liebe, Ines

Bild von Nadine & Ines

Nadine & Ines

Wir sind Nadine und Ines und wir machen Mut zu mehr Eigenverantwortung im Bereich Ernährung und Gesundheit. Wir haben beide unsere Themen die wir in den letzten erfolgreich durch den Verzicht von industriell verarbeiteten Lebensmitteln lösen konnten. Klick hier und erfahre mehr über Uns.

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